Nordhessen präsentiert digitale Leuchtturmprojekte

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Fernunterricht, medizinische Versorgung und Verkehrskonzepte Thema beim Runden Tisch mit Digitalministerin Prof. Dr. Sinemus

Die Digitalisierung im ländlichen Raum stand im Fokus eines Runden Tisches, zu dem sich am 18. Dezember Vertreter nordhessischer Unternehmen und Institutionen mit Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus virtuell getroffen hatten. Das Ziel: Leucht-turmprojekte aus Nordhessen zu präsentieren, um die digitale Transformation in ganz Hessen zu fördern. Initiiert wurde das Treffen durch den IT-Netzwerk e.V. und die Re-gionalmanagement Nordhessen GmbH.

„Innovation ist keine Frage des Standorts, digitale Infrastruktur aber durchaus eine Standortfrage“, sagt Manuel Krieg als Mitglied der Geschäftsführung der Regionalma-nagement Nordhessen GmbH. Im ländlichen Raum gebe es viele innovative Ideen, die Vorbildcharakter für ganz Hessen und darüber hinaus haben könnten. „Diese zu prä-sentieren und gleichzeitig die Digitalisierung in Nordhessen voranzutreiben, ist uns ein großes Anliegen“, so Krieg.

Insgesamt 42 Akteure aus 33 nordhessischen Institutionen hatten sich im Vorfeld des Runden Tisches in Arbeitsgruppen zusammengefunden, um digitale Leuchtturmprojek-te aus Nordhessen zu diskutieren und vorzustellen. Entstanden sind Projektideen zu den Themengebieten Digitale Modellschule und Bildung, Gesundheit und medizinische Versorgung im ländlichen Raum, Mobilität, Smart Region, Breitband, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl/Digitale Souveränität.

Am Runden Tisch mit Prof. Dr. Sinemus und 21 Repräsentanten aus Nordhessen, da-runter Landrat Dr. Michael Koch und der Geschäftsführer der Vereinigung der hessi-schen Unternehmerverbände Nordhessen, Jürgen Kümpel, wurden elf ausgewählte Projektideen präsentiert. „Ob Arbeitswelt, Bildung, Gesundheit oder Mobilität – die Di-gitalisierung wird unser Leben in allen Bereichen immer stärker prägen. Damit wir die Chancen der Digitalisierung im Sinne der Menschen in Hessen nutzen können, sind Impulse wie die heute vorgestellten sehr wertvoll. Wenn viele Menschen mitdenken, entsteht etwas Gutes, denn die digitale Transformation gelingt nicht im Alleingang,“ sagte die Digitalministerin, die dem IT-Netzwerk und dem IKT-Cluster des Regional-managements für ihre Initiative dankte, den Runden Tisch einzuberufen.

„Die Digitalisierung gibt uns viele neue Möglichkeiten“, erklärte Reiner Brandt, Vorsit-zender des IT-Netzwerks. Insbesondere in Zeiten von Covid-19 gehe es darum, diese zu nutzen. Für qualifizierten Fernunterricht zum Beispiel, wie man es im Konzept einer digitalen Modellschule vorgestellt habe. „Es gibt ein ganzes Bündel an kurz- und mittel-fristigen, aber auch an langfristigen Maßnahmen. Zum Wohle der Gesellschaft müs-sen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Umsetzung ermöglichen.“ Prof. Dr. Klaus David, Leiter des Lehrstuhls Kommunikationstechnik (ComTec) an der Universität Kassel und Vorstand Forschung und Lehre im IT-Netzwerk e.V., zeigte sich als Moderator erfreut von den Ergebnissen des Runden Tisches: „Am Beispiel konkre-ter Projekte ist deutlich geworden, wie uns die Digitalisierung in ökonomischer, ge-sundheitlicher und ökologischer Hinsicht voranbringen kann.“ Ob durch die Nutzung von Smart-Region-Expertise für Kleinstädte und Kommunen, Telemedizin-Lösungen im ländlichen Raum oder auch durch multimodale Mobilitätsangebote, die das Einpen-deln in die Stadt Kassel vereinfachen. Gemeinsam wolle man daran arbeiten, diese Projekte auf den Weg zu bringen.